Risikofaktoren PAVK

Risikofaktoren für die PAVK und generell für arteriosklerotische Gefäßerkrankungen

In weltweiten Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass es krankmachende Faktoren gibt, welche nicht nur den Umbau der gesamten Schlagadern im Körper beschleunigen und verstärken, sondern in bestimmten Gefäßbezirken besonders intensive Schäden hervorrufen.
Wir sprechen von "Risikofaktoren" im Allgemeinen und für die lokalen arteriellen Verschlusskrankheiten im Besonderen. Was die Häufigkeit der Risikofaktoren angeht, so gehören die meisten von ihnen zur Kategorie der erworbenen und damit beeinflussbaren Risikofaktoren.

Zu den Risikofaktoren gehören:

Je nach betroffenem Gefäßgebiet lässt sich eine Rangordnung der Risikofaktoren aufstellen.

Die Rangfolge für die PAVK ist:

Risikofaktor: erbliche Veranlagung
"Wir hätten bei der Auswahl unserer Eltern besser aufpassen müssen ..."

Es gibt heute keinen Zweifel mehr darüber, dass es familiäre Dispositionen für die Entstehung eines Herzinfarktes und anderer arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen gibt. Wir kennen Familien, in denen Herzinfarkte, Schlaganfälle und Durchblutungsstörungen der Beine eine beeindruckende Häufung mit Auftreten schon im frühen Erwachsenenalter zeigen.

Auch der Alterungsprozeß an sich kann erblich mitbedingt sein. Kennen wir doch Familien, deren Mitglieder sich bis ins hohe Lebensalter einer beträchtlichen biologischen Frische erfreuen, während in anderen Familien die äußeren Zeichen des frühen Alters gehäuft erscheinen.

Warum ist das Aufhören mit dem Rauchen so wichtig?

Risikofaktor: Rauchen

Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung einer PAVK. Im Vergleich zu Nichtrauchern tritt die PAVK bei Rauchern bis zu zehn Jahre früher auf. Es gibt also nichts daran zu verharmlosen: Die Rauchinhaltsstoffe sind Gift für die Gefäße, jede Zigarette ein Anschlag auf die Arterien. Wie der im Volksmund früher oft benutzte Name "Raucherbein" schon sagt, ist das Zigarettenrauchen für das Auftreten und für die Progression der Arteriosklerose im Rahmen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit der Risikofaktor Nr. 1.

Die folgenden Faktoren führen beim Raucher zu einer vorzeitigen und schnellen Arteriosklerose:

Welche Inhaltsstoffe der Zigarette die Gefäßschädigungen letztendlich bewirken, ist noch nicht sicher erkannt. Bisher sind im Tabakrauch ca. 4000 unterschiedliche chemische Substanzen identifiziert worden, die größtenteils Gefäßgifte darstellen. Arteriosklerose verursachende Substanzen im Tabakrauch sind in erster Linie Nikotin, Kohlenmonoxyd (C0) und die so genannten "freien Radikale".

Wir haben auch keine Hinweise dafür, dass Filterzigaretten weniger gefährlich sind. Auch bei nikotinarmen Zigaretten besteht die Gefahr, dass der Gewohnheitsraucher einfach mehr raucht, um sich zu stimulieren. Die Folge ist natürlich auch, dass sich diese Umsteiger damit verstärkt andere Schadstoffe einhandeln. Am ehesten profitieren die mäßig starken Raucher von der "leichten" Zigarette. Es gilt aber als sicher, dass es den mündigen Raucher nicht gibt. Wer leichte Zigaretten raucht, raucht eben häufiger mehr.

Rauchen beeinflusst auch sehr stark die Prognose der PAVK

Fortgesetztes Rauchen nach der Diagnose einer arteriellen Verschlusskrankheit beschleunigt den Krankheitsprozeß. Raucher haben ein deutlich höheres Amputationsrisiko als Nichtraucher. Interessanterweise haben Raucher auch nach der Eröffnung eines Blutgefäßes z.B. mit Kathertermethoden eine deutlich schlechtere Prognose bezüglich eines erneuten Verschlusses als Nichtraucher.

Raucherentwöhnung

Die Erfolgsziffern der Nikotin-Entwöhnung bei Patienten mit Schaufensterkrankheit sind kläglich.

Patienten mit einer PAVK lassen sich nur sehr schwer vom Nikotin entwöhnen. Die Ergebnisse von einer groß angelegten britischen Studie sowie eigene Untersuchungen zeigen, dass nur ca. 20 % aller Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit entwöhnt werden können. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn zu der psychologischen Beratung auch noch Hilfsmittel wie Nikotinkaugummis oder Nikotinpflaster eingesetzt werden.

Praktische Ratschläge zur Einstellung des Rauchens:

Risikofaktor Zuckerkrankheit
(Diabetes mellitus)

Diabetiker entwickeln häufiger und früher arteriosklerotische Gefäßveränderungen als Nicht - Diabetiker. Die Arteriosklerose ist in erster Linie für die höhere Sterblichkeit der betroffenen Patienten verantwortlich.

Das Schicksal des zuckerkranken Patienten hinsichtlich der Lebenserwartung wird bestimmt von den arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen in den Schlagadern ("Makroangiopathie"), insbesondere aber auch durch die so genannte "Mikroangiopathie". Die Endstrombahnen des Gefäßgebietes, der so genannten Kapillaren, sind besonders betroffen. Ihre zarten Wände sind massiv verdickt und behindern den Stoffaustausch und die Sauerstoffzufuhr.

Patienten mit einer Schaufensterkrankheit müssen bezüglich ihrer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit streng eingestellt werden:

Übergewicht - mehr als eine indirekte Gefahr!

Übergewicht hängt häufig mit Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten oder Diabetes zusammen. Auf sein Gewicht zu achten, lohnt sich auf jeden Fall. Die Erfahrungen zeigen, dass mit dem Vorliegen anderer Risikofaktoren die Auswirkungen des Faktors Übergewicht intensiviert werden. Man kann deshalb das Übergewicht als "Risikofaktor des Risikofaktors" bezeichnen.

Interessant ist, daß eine für die Herzinfarktentstehung besonders gefährliche Fettsucht, die massive Fettanhäufung im Bauchraum ist. Diese Form der Fettsucht "androide Fettsucht" ist häufig mit einer Reihe von uncharakteristischen Veränderungen des Stoffwechsels und des Blutdrucks gekoppelt:

Dies sind genau wiederum die Faktoren, die unter dem "metabolischen Syndrom" zusammen gefaßt werden. Diese vier gebündelten Risikofaktoren werden auch als "tödliches Quartett" bezeichnet, weil ihr gemeinsames Auftreten mit einem hohen Risiko für Herzinfarkte und plötzliche Herzkreislauf- Todesfälle verknüpft ist.

Risikofaktor Metabolisches Syndrom:
das "tödliche Quartett"

Das Zusammentreffen eines erhöhten Blutdrucks, einer Fettstoffwechselstörung sowie von Übergewicht mit stammbetonter Fettverteilung und einer latenten Zuckerkrankheit wird als metabolisches Syndrom bezeichnet.

Warum der Blutdruck stimmen sollte!
Blutdochdruck (Hypertonie)

Der Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung des Schlaganfalles und einer der wichtigsten Risikofaktoren für den Herzinfarkt und die damit oft verbundene Herzleistungsschwäche, für die periphere arterielle Verschlußkrankheit und für Nierengefäßerkrankungen.

Ein ständig erhöhter Blutdruck bedeutet für die Arterien eine mechanische Belastung, der sie langfristig nicht gewachsen sind. Bluthochdruck (Hypertonie) gilt heute als einer der größten Risikofaktoren für Atherosklerose und damit auch für die PAVK. Durch Normalisierung eines hohen Blutdrucks wird daher auch eine erhebliche Risikominderung erzielt.

Einige Tipps dazu:

Risikofaktor zu hohe Blutfette

Cholesterin ist ein natürlicher und wichtiger Bestandteil unseres Körpers, ein Zuviel davon ist allerdings schädlich.

Wichtige Risikokonstellationen für die Entstehung einer PAVK sind hohe LDL-Cholesterin-Konzentrationen (ungünstige Cholesterinfraktion), hohe Triglyzeridspiegel und ein niedriges HDL-Cholesterin ("schützendes" Cholesterin).

Kürzlich konnte gezeigt werden, dass ein erhöhtes Lipoprotein(a) darüber hinaus ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung der PAVK darstellt.

Was empfiehlt der Arzt bei erhöhten Blutfetten?

Die amerikanische Bundesgesundheitsbehörde empfiehlt bei PAVK-Patienten - vor allem wegen der Koinzidenz einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) und ähnlicher Mortalität - eine identisch aggressive Blutfettsenkung wie bei Herzinfarkt-Patienten:

Empfehlung für die Nahrungszusammensetzung einer Blutfettsenkenden Ernährung finden Sie hier ...

Risikofaktor: körperliche Inaktivität

Dem Sport und vermehrter körperlicher Aktivität wurden seit jeher gesundheitsfördernde und darüber hinaus lebensverlängernde Wirkungen zugeschrieben. Bereits Platon war davon überzeugt, dass regelmäßige muskuläre Aktivität die "Lebenssäfte" erneuert.

Zahlreiche epidemiologische Untersuchungen zeigen, daß regelmäßige körperliche Aktivität in Beruf und Freizeit die Häufigkeit arteriosklerotischer Gefäßveränderungen, insbesondere der koronaren Herzkrankheit, vermindert.

Homocysteinämie: ein neuer Risikofaktor?

Ein weiterer Risikofaktor, vor allem in den USA schon seit mehr als einem Jahrzehnt Gegenstand der Arterioskleroseforschung, wurde in Deutschland bislang wahrscheinlich zu wenig beachtet. Die Eiweissubstanz (Aminosäure) Homocystein, ein Zwischenprodukt der Umwandlung von Methionin zu Cystein. Schon frühzeitig fiel auf, dass Patienten mit der seltenen Stoffwechselerkrankung, der Homocysteinurie, sehr häufig eine frühzeitige generalisierte Arteriosklerose mit frühen Herzinfarkten, Schlaganfällen und Verschlüssen der Becken-Bein-Arterien bekamen. Bereits bei geringgradig erhöhten Homocystein-Plasmaspiegeln war das Risiko auf mehr als das Dreifache erhöht.

Wichtig ist, die Risikofaktoren optimal einzustellen, um weitere Gefäßschäden zu vermeiden!

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.deutsche-gefaessliga.de


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© 2008 Was ist PAVK? Was ist die Schaufensterkrankheit? Eine Kampagne der Deutschen Gefäßliga e.V.